Wie wird ein Gerüst sicher befestigt?

Kurzantwort: Ein Gerüst wird nicht durch eine einzelne Maßnahme sicher. Standsicherheit entsteht aus dem Zusammenspiel von tragfähigem Untergrund, geeigneten Fußpunkten, systemgerechtem Aufbau, Aussteifungen, Verankerungen am Bauwerk und der Berücksichtigung äußerer Einwirkungen. Planung, Montage und Prüfung gehören in fachkundige Hände.

Gerüste müssen während der gesamten Nutzung standsicher sein. Dabei wirken nicht nur das Eigengewicht sowie Personen und Material auf die Konstruktion. Auch Wind, Gerüstbekleidungen, Arbeitsabläufe und Veränderungen am Bauwerk können die Belastung beeinflussen.

Der Untergrund ist die Basis

Die Lasten des Gerüsts müssen sicher in den Untergrund eingeleitet werden. Weicher Boden, Schächte, Hohlräume, Kellerdecken oder geneigte Flächen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Ungeeignete Unterlagen oder improvisierte Ausgleiche sind keine sichere Lösung. Vor dem Aufbau muss deshalb geklärt werden, wo das Gerüst stehen soll und welche Tragfähigkeit dort vorhanden ist.

Verankerungen verbinden Gerüst und Bauwerk

Fassadengerüste werden nach einem vorgesehenen Verankerungsraster mit dem Bauwerk verbunden. Anzahl, Lage und Art der Anker richten sich unter anderem nach Gerüstsystem, Aufbauhöhe, Fassadenuntergrund und möglicher Bekleidung. Netze oder Planen vergrößern die Windangriffsfläche erheblich und müssen bereits in der Planung berücksichtigt werden.

Nicht jeder Fassadenuntergrund eignet sich für dieselbe Befestigung. Wärmedämmverbundsysteme, alte Mauerwerke, Naturstein, Beton oder Metallfassaden verlangen jeweils eine passende Lösung. Wenn die Verankerung von der vorgesehenen Ausführung abweicht, kann ein gesonderter Nachweis erforderlich werden.

Aussteifungen verhindern ungewollte Verformungen

Diagonalen, Riegel und weitere Systembauteile sorgen dafür, dass das Gerüst seine Form behält und Kräfte planmäßig abgetragen werden. Bauteile dürfen deshalb nicht eigenmächtig entfernt oder versetzt werden – auch dann nicht, wenn sie bei einzelnen Arbeiten scheinbar stören.

Sicherer Zugang und vollständiger Seitenschutz

Zur sicheren Nutzung gehören geeignete Zugänge und ein vollständiger Seitenschutz. Öffnungen, fehlende Beläge oder Veränderungen an Geländern können zu erheblichen Gefährdungen führen. Nutzer sollten ein Gerüst vor Arbeitsbeginn auf erkennbare Mängel prüfen und Veränderungen dem verantwortlichen Ansprechpartner melden.

Was gilt bei Sturm und außergewöhnlichen Ereignissen?

Starker Wind, Anprall, Umbauten am Gebäude oder Veränderungen des Untergrunds können Einfluss auf die Standsicherheit haben. Nach außergewöhnlichen Ereignissen ist zu prüfen, ob das Gerüst weiterhin sicher benutzt werden kann. Bei erkennbaren Schäden oder Zweifeln darf es nicht einfach weiterverwendet werden.

Wer darf ein Gerüst verändern?

Gerüstbauteile, Verankerungen, Beläge oder Zugänge dürfen nicht von beliebigen Nutzern verändert werden. Notwendige Anpassungen müssen mit dem Gerüstbauunternehmen abgestimmt und fachgerecht ausgeführt werden. Das schützt nicht nur die unmittelbar arbeitenden Personen, sondern alle Menschen im Umfeld der Baustelle.

Offizielle Grundlagen

Für die sichere Verwendung von Gerüsten sind insbesondere die Betriebssicherheitsverordnung und die Technischen Regeln für Betriebssicherheit maßgeblich. Weiterführende Informationen bieten die BAuA zur TRBS 2121, die Betriebssicherheitsverordnung sowie die Veröffentlichungen von BG BAU und DGUV.

Feig Gerüstbau plant Gerüstlösungen projektbezogen. Teilen Sie uns frühzeitig mit, welche Arbeiten, Lasten, Bekleidungen und besonderen Einwirkungen zu erwarten sind.